2. B.A.BAR SEMINAR – 11/12.06.2001 Eine Sprache mit B.A.Bar erlernen?Shams Ahrenbeck – 12, quai du Rhône, 1205 Genf Tel. 022/327 74 17 – email:Shams.Ahrenbeck@etat.ge.ch SRED-Projekt Genf Ein spezielles Anwendungsfeld für B.A.Bar Da Genf eine internationale Stadt ist, ist es auch Durchgangsort oder Wohnort zahlreicher Menschen, deren Muttersprache eine Fremdsprache ist. Vor diesem Hintergrund ist die Notwendigkeit des Erlernens der französischen Sprache im Rahmen des öffentlichen Schulunterrichts dringend gegeben. Es schien uns daher interessant, diesen "Bedürfnisnachweis" bei jungen Ausländern mit dem Ziel zu nutzen, die Anwendung der B.A.Bar-Technologie möglicherweise auf den Bereich des Erlernens von Sprachen auszudehnen. Untersuchungsziele Langfristig zielt diese Untersuchung darauf ab, die Effizienz des öffentlichen Schulsystems auf dem Gebiet des Erlernens einer anderen Sprache zu steigern. Daher ist mittelfristig die Möglichkeit des Einbaus von B.A.Bar in das Genfer Schulsystem zu prüfen und sehr kurzfristig die Anpassungsfähigkeit der Schüler an die Funktionsweise von B.A.Bar zu evaluieren. Der Zeitplan der Untersuchungsziele wurde in Funktion der Schulperioden (Schuljahr) sowie der Entwicklung der pädagogischen Übungen mit Verwendung von B.A.Bar gegliedert. Zeitplan der Untersuchung Testphase I – Februar - April 2001 Während dieser Phase haben wir uns mit der Schaffung eines pädagogischen Materials und einer punktuellen Betreuung von Schülern im Alter von 6 bis 12 Jahren befasst, die in entsprechende (jungen, fremdsprachigen Ausländern vorbehaltene) Einrichtungen eingegliedert sind. Testphase II – Mai - Juni 2001 Wir haben ein Material entwickelt, das auf die Selbständigkeit des Schülers abzielt, und seine Fähigkeit beobachtet, B.A.Bar ganz alleine einzusetzen. Mittelfristige Ziele 2001-2002 Während dieser Periode wird es darum gehen, die Entwicklung von Situationen fortzusetzen, die auf die Autonomie des Schülers ausgerichtet sind, und einen Untersuchungsplan mit 4 Untergruppen zu implementieren, um auf sehr konkrete Weise den objektiven Beitrag von B.A.Bar im Rahmen des Sprachunterrichts zu testen. Ferner wird es darum gehen, Lehrer direkt einzubeziehen, die sich bereit erklären, B.A.Bar im Rahmen ihres Unterrichts einzusetzen (in der ersten Untersuchungsphase haben wir selbst B.A.Bar mit Schülern ausserhalb ihrer Klasse eingesetzt). Übungen und erarbeitetes Material Das Material besteht aus Zeichenblättern A4, auf denen eine Szene aus dem täglichen Leben dargestellt ist. Diese Seiten sind mit rund einem Dutzend Strichcodes versehen, die einen Satz von mindestens drei und höchstens 12 Wörtern "enthalten". Auf anderen Blättern sind die sich auf die Zeichnungen beziehenden, geschriebenen Sätze natürlich mit den gleichen Strichcodes versehen. Des weiteren wurden Karten, auf denen Tiere und alltägliche Gegenstände dargestellt sind, mit Strichcodes versehen, die man auch neben der schriftlichen Wiedergabe des entsprechenden Wortes findet. Schliesslich wurde der Text eines Buches mit einer erfundenen Geschichte ("La sorcière du Parc Monceau" / "Die Hexe vom Monceau-Park") auf B.A.Bar aufgezeichnet und jede der Seiten wurde mit entsprechenden Strichcodes versehen. Die Übungen sollten die Funktionen Zuhören und Wiederholung des Satzes oder der Wörter entwickeln. Gleichzeitig gestatteten sie, die Funktionen Erkennung des gehörten Satzes und Entziffern des Geschriebenen sowie das anschliessende Anhören des aufgezeichneten Wortes oder Satzes zu trainieren. Beim Anhören der Phantasiegeschichte wurden Fragen in Bezug auf das Verständnis der Geschichte gestellt. Überdies wurden in bestimmten Fällen individuelle Ausspracheübungen geschaffen. Beobachtete Kinder Während der Testphase I wurden 13 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren über einen Zeitraum von 30 bis 45 Minuten entsprechend den folgenden Kriterien beobachtet: Geschlecht, Alter, Herkunft, besuchte Schulklasse und Anzahl der Sitzungen. Die Beobachtungen bezogen sich hauptsächlich auf die Fähigkeit, B.A.Bar zu handhaben und seine Funktionen so rasch wie möglich zu nutzen. Hauptsächliche Anfangsschwierigkeiten! Zunächst einmal war die Vorbereitung des Materials ziemlich zeitaufwendig. Es galt, Wörter und Situationen auszuwählen, die dem Alter und der Problematik des Kindes angepasst sind. Des weiteren musste das gewählte Trägermedium – weder zu biegsam noch zu klein – ein bequemes "Lesen" der Strichcodes erlauben. Hauptsächliche Vorteile Die Begeisterung der Schüler war von der ersten Manipulation an offensichtlich. In Situationen, in denen mehrere Schüler gleichzeitig mit B.A.Bar arbeiteten, ermutigte der entstehende Wettstreit jedes Kind, seine Leistungen zu perfektionieren. Es kam vor, dass die Echo-Funktion von B.A.Bar als ein "Schiedsrichter" zwischen dem Schüler und mir angesehen wurde. Natürlich liegen die hauptsächlichen Vorteile von B.A.Bar in seiner unendlichen Geduld und dem Wiederanhören der eigenen Stimme. Untersuchungsplan 2X2 Für das Schuljahr 2001-2002 beabsichtigen wir die Implementierung eines Untersuchungsplans, der es erlauben könnte, den didaktischen Beitrag von B.A.Bar beim Erlernen der Sprache zu evaluieren. Zu diesem Zweck werden französischsprachige oder fremdsprachige Schüler mit einem Lernmaterial arbeiten (dessen Inhalt noch festzulegen ist), das mit den Qualitäten von B.A.Bar (Strichcodes und entsprechende Aufzeichnungen) ausgestattet bzw. nicht ausgestattet ist. Wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich, wird der Inhalt des Lernmaterials (A und B, mit oder ohne B.A.Bar), um diese Untersuchung so plausibel wie möglich zu machen, jeweils der Hälfte jeder der beiden betroffenen Gruppen zugeteilt, um zu vermeiden, dass die Lernunterschiede den betreffenden Gruppen und nicht den angebotenen Lehrmethoden zugeschrieben werden. Eine Sprache mit B.A.Bar erlernen? B.A.Bar Ohne B.A.Bar Französischsprachig A und {B} oder {A} und B A und {B} oder {A} und B Fremdsprachig A und {B} oder {A} und B A und {B} oder {A]} und B Evaluation Wir beabsichtigen, das Erlernen der Inhalte des didaktischen Materials (mit oder ohne die Attribute von B.A.Bar) zu evaluieren; hierzu wird jeder einzelne Schüler einen Motivationsfragebogen und jeder am Projekt beteiligte Lehrer einen Fragebogen erhalten. Schlussfolgerung Es scheint uns, dass die Situation der fremdsprachigen Jugendlichen, die in Genf wohnen, einen das Erlernen der Sprache fördernden Ansatz erfordert. Über diesen Bedürfnisnachweis und die Kontrolle des Erlernens, das durch B.A.Bar erleichtert wird, beobachten wir den Wunsch dieser Schüler, beim Erlernen von Sprachen, insbesondere des Französischen, Fortschritte zu machen.
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