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Mickey arbeitet als Putzer...

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2. B.A.BAR SEMINAR – 11/12.06.2001

Mickey arbeitet als Putzer...

John Lawton, Mencap, England
Mickey arbeitet als Putzer bei Centenary House. Seine Arbeitszeit beträgt derzeit vier Stunden pro
Woche, die auf zwei Schichten aufgeteilt sind: mittwochmorgens und freitagnachmittags. Mickey
arbeitet neben einem anderen Putzer, und vor kurzem wurde ein neuer Aufseher ernannt, um sie
beide zu unterstützen. Mickey hat Probleme, die verschiedenen Reinigungsmittel zu identifizieren
und auseinanderzuhalten, wofür sie benutzt werden; auch muss er verschiedene Lappen für
verschiedene Arbeiten verwenden. Ein weiteres Problem ist, dass Mickey Schwierigkeiten hat, mit
anderen zu kommunizieren und sie zu verstehen. Er beantwortet Fragen oft mit ja, und es ist
schwierig zu erkennen, ob er wirklich verstanden hat, was von ihm verlangt wird.
Ein Jobbetreuer hat Mickey – wann immer notwendig – sozusagen "Einzelunterricht" gegeben.
Anfangs erhielt Mickey einen Satz Karten mit Bildern, die mit einer Digitalkamera aufgenommen
worden waren. Die Bilder zeigten Bereiche des Arbeitsplatzes, zum Beispiel die Toiletten, zusammen
mit Bildern des Reinigungsmittels und des Lappens, die zu deren Reinigung zu benutzen sind. Diese
Bilder erwiesen sich jedoch nicht als ein Erfolg, da Mickey dazu neigt, sie zu vergessen und sich
stark auf verbale Anweisungen verlässt.
Zur Verwendung mit B.A.Bar wurde jedes Reinigungsmittel mit einem Bildetikett versehen. Das Etikett
zeigt, wofür das Mittel zu verwenden ist, die Farbe des benötigten Lappens und einen Strichcode,
der, wenn er gescannt wird, Mickey die mündliche Anweisung gibt. Das Ziel ist es, zu erreichen,
dass Mickey – wenn alle Produkte auf diese Weise kodiert sind –, die Verbindung zwischen den
Photos und dem Anwendungsbereich herzustellen lernt. Damit dies langfristig funktioniert, müssen
die Photos von den verbrauchten Produkten auf die neuen übertragen werden.
Während des ersten Versuchs hatte Mickey die Gelegenheit, sich B.A.Bar gut anzusehen und zu
handhaben, und es wurde ihm gezeigt, wie er funktioniert. Zunächst stellte sich Mickey etwas
unbeholfen an, aber nachdem man es ihm mehrere Male gezeigt hatte, schien er sich dabei wohler
zu fühlen. Dann wurde Mickey gebeten, das Etikett zu scannen, das an jedem Reinigungsmittel
befestigt worden war. Zunächst war er unsicher in Bezug auf das, was er scannen sollte, aber mit
ein wenig Übung gewann er mehr Vertrauen und überwand dieses Problem. Wenn B.A.Bar Mickey
die mündliche Anweisung gab, wiederholte er das Schlüsselwort in dem Satz. Zum Beispiel, wenn
B.A.Bar sagte "benutze das, um den Tisch zu putzen, benutze einen gelben Lappen" wiederholte
Mickey "Tisch". Dies lässt vermuten, das er verstanden hat.
In den folgenden Wochen bemerkte Astrid, Mickeys Aufseherin, eine deutliche Besserung. Zuerst
musste sie noch ziemlich viel Zeit mit ihm verbringen, während sie jetzt berichtet, dass er weiss,
welche Produkte er wo benutzen muss und dass er die Sache sehr viel besser macht.
David arbeitet in dem Laden auf der Meanwoood Valley Urban Farm; jeden Sonntag füllt er ein
Lagerkontrollformular aus. David braucht dabei Hilfe, da er nur maschinengeschriebenen Text
(GROSSBUCHSTABEN) lesen kann und viele Artikel auf dem Formular handgeschrieben sind. David
hat versucht, das Lagerkontrollformular auf dem Computer zu vervollständigen, hatte aber Probleme
beim Speichern dieser Information. Der Laden wird nächstes Jahr vergrössert und David möchte
unabhängiger sein, er möchte nicht auf andere angewiesen sein, die ihm beim Lesen helfen müssen.
Bei einem ersten Besuch wurde vereinbart, dass David an einem Sonntag soviel wie möglich alleine
auf seinem Lagerkontrollformular ausfüllen sollte. Ein Jobbetreuer würde ihm dann am Dienstag
helfen, das Formular zu vervollständigen. Der Jobbetreuer kopierte das Format des
Lagerkontrollformulars für David und speicherte es auf seiner Festplatte, so dass er das Formular
vervollständigen kann, wenn neue Produkte eintreffen.
Anfänglich hatte man gehofft, dass es David helfen würde, sich an die Wörter (Artikel) zu erinnern,
wenn das Lagerkontrollformular in der Reihenfolge ausgefüllt ist, wie sie im Laden angeboten werden.
Da der Laden jedoch nächstes Jahr vergrössert wird, werden die Produkte sich nicht mehr am
gleichen Platz befinden; daher wurde später beschlossen, die Artikel zu gruppieren, d. h. alle
Bücher, alle T-Shirts, Schmuck usw. David unterscheidet dann anhand des Preises zwischen den
verschiedenen Produkten.
Der Jobbetreuer besuchte David einmal pro Woche und half ihm, die Wörter zu lesen, die er nicht
erkannte. David wurde dazu ermutigt, die ersten paar Buchstaben eines Worts zu buchstabieren,
dann diese Buchstaben zusammenzufügen und auf den Laut zu hören. Wenn David den Anfang
eines Wortes hört, kann er sich im Allgemeinen an das ganze Wort erinnern.
Der zusätzliche Wert des Einsatzes von B.A.Bar
Der erste Gedanke war, dass die Verwendung von B.A.Bar David grössere Unabhängigkeit
vermitteln würde, da er nicht mehr auf Leute angewiesen wäre, die Wörter für ihn lesen. B.A.Bar
würde da sein, wann immer er ihn braucht. Es wurde angeregt, einen Strichcode neben die Artikel
auf dem Lagerkontrollformular zu kleben; wenn David ein Wort nicht erkennt, könnte er den
Strichcode scannen, der programmiert ist, entweder das ganze Wort oder die ersten paar
Buchstaben wiederzugeben.
Als wir B.A.Bar erhielten, hatte David bereits vier Wochen lang Einzelunterstützung erhalten und
konnte sich an die meisten Wörter auf seinem Lagerkontrollformular erinnern. David ist sehr eifrig
beim Lernen und hat um Hilfe beim Lesen von Zahlen und Monatsnamen gebeten, die er kennen
muss, wenn er seine Lagerkontrollformulare weiterhin ausfüllen will.
Zur Steuerung des Lernprozesses sind die B.A.Bar-Karten mit Angabe einer Zahl oder eines Monats
hergestellt worden; wenn David das Wort nicht erkennt, kann er zur nächsten Karte gehen, auf der
sich die ersten paar Buchstaben des Wortes befinden. Unter allen diesen Buchstaben ist ein
Strichcode angebracht, der gescannt werden kann, wenn sie nicht erkannt werden; B.A.Bar sagt
dann den Buchstaben. Wenn David das Wort anhand der ersten Buchstaben immer noch nicht
erkennen kann, kommt die nächste Karte an die Reihe, auf der sich die ersten Buchstaben
zusammengefügt befinden, B.A.Bar sagt die erste Silbe. Wenn David noch immer unfähig ist, das
Wort zu erkennen, kann die letzte Karte helfen, auf der sich das ganze Wort befindet: Beim Scannen
des Strichcodes sagt B.A.Bar das ganze Wort. Es folgt ein Beispiel:
JANUAR
J A N
JAN
JANUAR
David übte das Lesen der Wörter mit B.A.Bar und fand die Benutzung einfach. Er kam auf die Idee,
dass es für ihn noch nützlicher sein würde, B.A.Bar zu benutzen, wenn er einen Telefonanruf
entgegennimmt. David muss ans Telefon gehen, wenn kein anderes Personalmitglied im Gebäude
anwesend ist. David kann die Telefonnummer aufschreiben, wenn jemand eine Nachricht
hinterlassen möchte, ist jedoch unfähig, den Namen zu notieren, ohne den Anrufer zu bitten, diesen
zu buchstabieren. Unter Verwendung aufgezeichneter Strichcodes zum Hersagen der Wörter auf
dem Formular wurde ein Nachrichtenformular zum Ankreuzen entwickelt. Ein Blanko-Strichcode
wurde neben 'Name des Anrufers und Firma' geklebt; somit konnte David es bei einem Telefonanruf
scannen und die Angaben des Anrufers aufzeichnen, wenn er eine Nachricht hinterlassen wollte.
Siehe nachfolgendes Beispiel.
David benutzte die Nachrichtenformulare zwei Tage lang und freute sich sehr über das Resultat.
Wenn er die Nachricht weitergegeben hatte, konnte er sie löschen, da die entsprechenden
Strichcodes unten auf dem Blatt angebracht waren. Als er gefragt wurde, wie er Telefonanrufe ohne
B.A.Bar beantworten würde, sagte er, er würde sein Diktafon benützen.
Nachrichten
Brenda
Sue
Ruft später wieder an
Zurückrufen
Name
Firma
Telefonnummer





 

 

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