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TECHNISCH ELEKTRONISCHE HILFSMITTEL IN DER SCHWEIZ Sprechen wir darüber; stellen wir uns in Frage! Präsentation anlässlich der Fortbildungstagung vom Schweizerischen Bund der Therapeuten cerebraler Bewegungsstörungen * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Verschiedene Aspekte der Umweltkontrolle Autor: Jean-Luc Ramseyer, Berater für Umweltkontrolle bei der FST Der Bereich der Umweltkontrolle ist in Sonderschulen ausgesprochen schlecht vertreten. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass sich diese Situation schon sehr bald ändern wird und die Umweltkontrolle schon demnächst als vielversprechendes Mittel Einzug halten wird. Dem sei gegenübergestellt, dass sich dieser spezifische Bereich der Telethesen grosser Aktualität erfreut. Die stetig zunehmende Nachfrage ist Beweis dafür. Ein Umweltkontrollsystem erlaubt mit verhältnismässig einfachen Mitteln die Autonomie einer behinderten Person zu fördern und eine bessere Lebensqualität zu erlangen. Um die Qualität der Einrichtungen zu verbessern ist es notwendig, dass die Personen, die eine Anlage inbetriebsetzen, über immer mehr Kompetenzen verfügen. Auch werden von den Benutzern, die über eine grössere Anzahl von Funktionen verfügen wollen als üblich, erweiterte Kenntnisse verlangt. Dieser Umstand ist mehreren Faktoren zuzuschreiben; Hauptgrund ist aber die Erweiterung der Funktionen im baulichen Bereich. Den Begriff " Bedürfnis" könnte man als theoretische Analyse einer gegebenen Situation definieren und den Begriff "Nachfrage", als tatsächlich vorhandene Situation, so wie sie vom Benutzer und seinem Umfeld formuliert werden könnte. Die Nachfrage ergibt sich aus dem Bedürfnis. Wir können feststellen, dass sich die Steigerung der Bedürfnisse auf das Niveau der Nachfrage hinzubewegt. Der Benutzer und/oder sein Umfeld können immer besser eine Nachfrage formulieren. Dies bedeutet, dass die Anwendung eines Umweltkontrollsystems je länger je mehr banalisiert wird. Diese Tatsache kann sicher auf den Umstand zurückgeführt werden, dass einfache Geräte der Umweltkontrolle mittlerweile breit gefächert auf dem Markt erhältlich sind. Zum heutigen Zeitpunkt sind ungefähr zwanzig spezialisierte Institutionen mit einem Umweltkontrollsystem eingerichtet. In den Zimmern oder Studios bezieht sich dies auf den Notruf, die Beleuchtung, die Storen und Fenster, die Türen, Aufzüge usw.. Mehrere einfachere Einrichtungen wurden bei Privatpersonen installiert und beziehen sich vorwiegend auf Türen, Fenster oder Aufzüge. Aufgrund einer weit verbreiteten Information kann sich heutzutage ein potentieller Telethesenbenutzer ein besseres Bild über eine solche Anlage machen und ist dementsprechend auch besser in der Lage, die Nachfrage zu formulieren. Bei sogenannt "leichten Fällen" kann man in letzter Zeit immer öfter feststellen, dass sich die betroffenen Personen selbst zurechtfinden und Produkte auswählen, die mittlerweile in zahlreichen Verkaufsflächen angeboten werden. Ein erweiterter Bedarf stammt aus dem Milieu betagter Personen: wir erhalten in letzter Zeit mehr Anfragen von älteren Personen als noch vor einigen Jahren. Nur sehr wenig Anfragen erhalten wir hingegen, wenn es sich um ein behindertes Kind handelt und ganz im Speziellen, wenn es um cerebral gelähmte Kinder geht. Auf was kann dieser Umstand zurückzuführen sein? Vielleicht auf finanzielle Schwierigkeiten? Ich glaube es nicht. Die Einstellung des Erwachsenen gegenüber einem Kind spielt hingegen eine ausschlaggebende Rolle. Sind wir nicht eher bereit, einem Kind in der täglichen Verrichtung kleiner Handlungen zu helfen als einem Erwachsenen? Dem sei entgegenzuhalten, dass auch ein Kind mit der Zeit selbständiger für seine Bedürfnisse aufkommen muss und dies trotz seiner Behinderung. Ein gewisses Interesse ist aber mittlerweile vorhanden, wenn sich das Kind zuhause aufhält. Es kann von Vorteil sein, wenn das Kind die Möglichkeit hat, selber seine Stereoanlage oder den Fernseher zu bedienen. Wir müssen eingestehen, dass wir von Institutionen bis jetzt nur sehr selten Anfragen für ein Umweltkontrollsystem erhalten haben. Nichtsdestotrotz erweist sich eine gewisse Selbständigkeit, zum Beispiel zum Öffnen einer Tür oder zur Bedienung eines Lifts, als realisierbar wenn nicht sogar als wünschenswert. Wie wichtig wäre es doch für ein Kind, wenn es sich selber von seiner Gruppe zum Klassenzimmer fortbewegen könnte! Ist es nicht oftmals auf einen Rollstuhl angewiesen? Was unsere Arbeit erleichtert Zwei wichtige Punkte sind hervorzuheben: Die Qualität der auf dem Markt erhältlichen Produkte hat sich wesentlich verbessert, was sich auch auf das Niveau unserer Installationen auswirkt. Wir können dementsprechend zuverlässigere Geräte anbieten und gleichzeitig die Anzahl unserer Interventionen vor Ort und den Reparaturservice einschränken. Eine weitere wichtige Tätigkeit der FST besteht in der Ausbildung. Im Bereich der Umweltkontrolle richtet sich diese vorwiegend an Therapeuten. Vonseiten der Erzieher oder der Eltern wurde bis heute nur wenig Interesse bekundet. Die Ausbildungskurse haben für uns einen wichtigen Stellenwert. Es ist für uns wichtig, dass wir gesamtschweizerisch mit Personen Kontakt haben, die das System der Umweltkontrolle sowie die damit verbundenen Produkte kennen und beherrschen und die Situation eines Benutzers ganzheitlich einschätzen können. Da wir uns auf die Installierung der Systeme spezialisiert haben, ist es für uns nicht möglich, die jeweilige Situation eins Benutzers oder potentiellen Benutzers noch vor einem ersten Besuch vollumfänglich einstufen zu können. Für den Benutzer wiederum ist es vor allem während der Anlehre wichtig, sich an eine Drittperson aus seiner Umgebung wenden zu können, um sich so schnell wie möglich, und unter besten Voraussetzungen, mit diesem neuen Wissen vertraut zu machen. Die in unseren Kursen ausgebildeten Personen arbeiten anschlissend partnerschaftlich mit uns zusammen. Sie stehen uns beim Anbringen neuer Installationen zur Seite und zusammen wird definiert, welche Installation für welchen Benutzer am ehesten in Frage kommt. Jedermann kann auf technische Errungenschaften zurückgreifen!... Bringen wir sie auch jenen näher, für die sie am nützlichsten ist. Jean-Luc Ramseyer, Berater für Umweltkontrollsysteme, FST. Oktober 1996. Aus dem Französischen übersetzt von Kathrin Roth, in Anwendung der neuen deutschen Rechtschreibung.
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